Rollentausch beim Dating: Warum haben wir Angst vor Hingabe?
Hingabe erntet oft Stirnrunzeln … wenn Frauen den Ton angeben.
Im Alltagsgespräch wird sie missverstanden, belächelt oder an überholte Vorstellungen von Geschlecht und Kontrolle geknüpft. Wortspiel beabsichtigt. Besonders beim Dating, wo Männlichkeit lange über Entschlossenheit und Leistung definiert wurde. Natürlich kann die Vorstellung, dass ein Mann sich im breiten Spektrum von Female Led Relationships bewusst hingibt, wie eine Bedrohung des Status quo wirken. Warum fügen wir der Frage nicht noch eine hinzu: Warum fürchten wir den Rollentausch, wenn er für viele zu tieferer Verbindung, Intimität und Vertrauen führen könnte?
In einer FLR ist Hingabe keine Schwäche.
Auch im BDSM ist Hingabe keine Erniedrigung. Sie ist einvernehmlicher Machtaustausch, getragen von Klarheit, Vertrauen und gegenseitiger Erfüllung. In beiden Dynamiken ist Hingabe absichtsvoll. Sie wird angeboten, nicht genommen. Sie wird verhandelt, nicht eingefordert. Ein Mann, der sich einer Frau hingibt, kann ihre Entscheidungen mittragen, ihren Vorlieben den Vortritt lassen oder Strukturen achten, die sie geschaffen hat. Im BDSM kann er in einer Szene Kontrolle abgeben, ihren Grenzen vertrauen oder Protokollen folgen, die sie gemeinsam entwickelt haben.
Hingabe ist in diesem Kontext stärkend, weil sie Selbstkenntnis, Disziplin und Verletzlichkeit verlangt – Dinge, die Männern oft gar nicht zugestanden werden, Frauen gegenüber zu zeigen, und die es braucht, damit sie gelingt.
Wir hoffen, dass dies Gespräche anstößt, Raum für den Ausdruck dieser Dynamik schafft und jene, von denen wir wissen, dass sie darin aufblühen würden, in eine Community einlädt, in der sie respektiert werden.